Baden-Württemberg: Cem Özdemir und der Semmering-Blick
- Metin Kurtuluş

- 20. März
- 1 Min. Lesezeit
Grüne gewinnen 30,2 % – ein Kandidat könnte Geschichte schreiben
Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg haben die Grünen einen deutlichen Sieg errungen.Ihr Kandidat, Cem Özdemir, könnte als erster Ministerpräsident mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland Geschichte schreiben.
Seine Familie gehörte zu den Arbeitsmigrant*innen der 1960er-Jahre.Beim Lesen solcher Nachrichten denkt man unweigerlich:
Vom Kaf-Dağı-Gipfel zum Semmering
Früher hieß es: „Vom Kaf-Dağı-Gipfel aus herunterschauen“…Wir haben das ein bisschen österreichisch gemacht: heute heißt die Adresse Semmering.
Wir sitzen dort, ein Verlängerter in der Hand, die Aussicht fantastisch, die Stimmung gut.Skier an der Seite, Glühwein auf dem Tisch – und ja, die Aussicht ist großartig.
Unten schreibt die Geschichte sich selbst, wir schauen gelassen zu.Und denken uns:
„Na servas… des wird a G’schicht.“
Bürokratie und Wiener Schmäh
Geht das?Ja, geht.Aber nicht sofort.
Zuerst wird eine Kommission gebildet.Dann ein Bericht erstellt.Dann geprüft.Und ein zweiter Bericht geschrieben – vielleicht war der erste etwas voreilig.
Am Ende heißt es mit größter Ernsthaftigkeit:
„Ja… theoretisch möglich. Aber vielleicht brauchen wir noch ein bisschen Zeit.“
Hier zeigt sich der Wiener Schmäh.Denn jeder weiß: Das bedeutet eigentlich:
„Schöne Idee… aber wir bleiben lieber noch ein bisschen am Semmering. Die Aussicht ist so schön…“
Runtergehen? Des is leichter g’sagt als g’macht
Während anderswo Migrant*innen die politische Spitze erklimmen,sitzen wir oben, machen Notizen.
Runtergehen? Noch nicht.Von hier nach unten…
Des is leichter g’sagt als g’macht.
Vielleicht trauen wir uns noch nicht.Aber wer weiß…Vielleicht steigen wir eines Tages wirklich vom Semmering herunter.Und dann sind die Geschichten nicht mehr nur zum Zuschauen –sondern zum Mit-Schreiben.




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