Mit der Technologie laufen oder auf sie zu?
- Ege Çelikgöğüs
- 12. März
- 2 Min. Lesezeit
Ich freue mich riesig, meinen ersten Artikel hier bei Biz News zu veröffentlichen, und ich kann mir keinen besseren Einstieg vorstellen als mit etwas, das mir wirklich sehr viel bedeutet.
Anfang des Jahres wurde meine erste Forschungsarbeit veröffentlicht und auf der SportsHCI 2025, der ersten jährlichen Konferenz für Mensch-Computer-Interaktion im Sport, in Enschede, Niederlande, präsentiert. Ein Meilenstein, auf den ich stolz bin, und ich möchte Ihnen nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Beweggründe dafür erläutern.
Es begann mit einer simplen Frustration. Läufer sind heutzutage von Technologie umgeben – Smartwatches, Brustgurte, Smartphone-Apps –, die alle dazu entwickelt wurden, ihre Leistung zu verbessern. Doch dahinter verbirgt sich eine Ironie: Um Informationen von diesen Geräten zu erhalten, muss man für einen Moment aufhören, Läufer zu sein. Man unterbricht seinen Lauf, verlagert den Fokus und wirft einen Blick aufs Handgelenk. Bei einer so rhythmusabhängigen Sportart wie dem Laufen ist diese Unterbrechung bedeutsamer, als man zunächst annehmen mag.
Diese Spannung war der Antrieb des Projekts. Was wäre, wenn das Feedback stattdessen zu Ihnen käme – unaufdringlich, am Rande Ihres Blickfelds, ohne Ihre Aufmerksamkeit zu fordern?
Diese Frage führte zu „Into the Zone“, einem tragbaren Prototyp, der aus einer Laufbrille mit integriertem LED-Streifen besteht. Dieser zeigt die Herzfrequenzzone farblich direkt auf Augenbrauenhöhe an. Kein Tippen, kein Blick nach unten, kein Ablenken des Laufflusses.
Das Projekt wurde an der Universität Salzburg entwickelt, und ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass die Demo auf der Konferenz mit dem Preis für die beste Demo ausgezeichnet wurde . Sie ist seither in der ACM Digital Library frei zugänglich.
Die Anerkennung ging noch weiter. ACM Communications berichtete über die SportsHCI 2025 in einem Artikel über die Zukunft der Sporttechnologie, und das Projekt wurde als Highlight hervorgehoben.
Der Vorsitzende Mike Jones nannte es „die interessanteste Demo der Tagung“ und wies darauf hin, dass sie ein Problem anspricht, mit dem Läufer tatsächlich jeden Tag zu kämpfen haben.
Dieses Projekt hat mir wieder einmal vor Augen geführt, warum mir Design überhaupt so wichtig ist. Die besten Lösungen fügen keine Komplexität hinzu, sondern reduzieren sie unauffällig.




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